Vereinschronik Schützenverein „Edelweiß“ e.V. Bensheim-Wilmshausen
 
Der Schützenverein Edelweiß wird am 9.8.1958 von 16 Personen im Gasthaus „Zur Traube“, Wilmshausen, gegründet.
Werner Nagel, von dem die Idee zur Vereinsgründung kam, wird von den anwesenden Mitgliedern zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bei dieser Versammlung wird auch festgelegt, dass das Gasthaus „Zur Traube“ Vereinslokal und im Saal ein Schießstand eingerichtet werden soll.
Von nun an wird Montags, Donnerstags und Sonntags eifrig trainiert und es zeigt sich bald, dass in Wilmshausen und Umgebung eine Anzahlt talentierter Schützen zu finden ist.
In mühsamer Kleinarbeit werden von den Mitgliedern 5 Luftgewehrstände gebaut. Die ersten Gewehre kauft der Verein auf Raten.
1960 übernimmt Edmund Hlavac als 1. Vorsitzender die Führung des Vereins.
Ab 1961 wird regelmäßig an Pfingsten ein öffentliches Preisschießen durchgeführt, das wesentlich dazu beiträgt die Finanzen des Vereins aufzubessern.
Freundschaftskämpfe mit benachbarten Vereinen und die Teilnahme an den Rundenwettkämpfen, sowie Kreis- und Gaumeisterschaft, beleben den Schießbetrieb.
 
Aufgrund der ständigen Auf- und Abbauarbeiten des Schießstandes, da auch andere Vereine den Saal der Traube nutzen, kommt 1963 der Gedanke auf ein eigenes Vereinshaus zu bauen.
Am 27.8.1964 beschließt eine außerordentliche Mitgliederversammlung den Ankauf einer Wohnbaracke in Darmstadt. Diese soll auf einem Grundstück der Vereinswirtin K. Laut (dem heutigen Dorfplatz) aufgestellt und zum Schieß- und Aufenthaltsraum umfunktioniert werden.
Die Zusage, die Baracke aufzubauen, wird jedoch 1965, nachdem die Baracke bereits gekauft, abgebaut und auf dem Grundstück Laut gelagert ist, von Frau Laut widerrufen.
Der Verein sieht sich gezwungen das geplante „Schützenhaus“ in Einzelteilen und unter erheblichem Verlust zu verkaufen.
Aufgrund dieser Vorfälle tritt E. Hlavac von seinem Amt als erster Vorsitzender zurück und der damalige zweite Vorsitzende, Wilhelm Beutel übernimmt vorübergehend die Vereinsführung.
Am 26.2.1966 löst ihn Dr. Dieter Haina als neugewählter erster Vorsitzender ab.
Der Schießbetrieb, der unter den Auseinandersetzungen im Verein gelitten hat, wird nun wieder mit neuem Eifer aufgenommen.
Bei einer Mitgliederversammlung im April 1967 wird von D. Haina erneut angeregt über den Bau eines vereinseigenen Schützenhauses nachzudenken. Bereits im Mai desselben Jahres hat man sich im Vorstand darauf geeinigt, das heutige Schützenhausgelände, das uns von der Gemeinde Elms- Wilmshausen in Erbpacht angeboten wird, als Bauplatz zu nutzen.
Die notwendigen Anträge an die Gemeinde, den Kreis usw. werden gestellt und genehmigt. Aus Haftungsgründen wird der Verein im gleichen Jahr beim Amtsgericht Bensheim eingetragen.
Finanzielle Zusagen für einen Zuschuss erhält man in dieser Zeit vom Kreis Bergstraße, dem Land Hessen und dem Landessportbund. Außerdem wird von der Gemeinde das Holz für das Schützenhaus zugesagt. Durch die Eingliederung des Ortsteiles Wilmshausen zur Stadt Bensheim erhält der Verein auch von der Stadt noch einen Zuschuss.
Es soll, trotz intensiver Bemühungen von Dieter Haina und dem übrigen Vorstand, jedoch noch einige Jahre dauern bis alle zugesagten Zuschüsse auch bereitgestellt werden.
Bedingt durch einen Wohnungswechsel tritt Dieter Haina 1971 von seinem Amt als erster Vorsitzender zurück und Horst Eichhorn wird zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Im gleichen Jahr muss man den Schießbetrieb im Gasthaus „Zur Traube“, nach der Renovierung des Saales, einstellen.
Für ein Jahr, bis zur Fertigstellung unseres Schützenhauses, stellt uns der Nachbarverein Reichenbach seinen Stand fürs Training zur Verfügung, die Rundenwettkämpfe werden nur noch auswärts ausgetragen.
1971 wird mit der Abfuhr des Bauholzes vom Borstein der erste aktive Schritt zum Bau des Schützenhauses getan.
Im Herbst 1972 ist es dann endgültig soweit, die ersten Zuschüsse kommen und man beginnt mit der Errichtung der Uferstützmauer zur Lauter. In etwa 3500 Arbeitsstunden, die sich über das ganze Jahr 73 hinziehen, wird das Haus, zum Großteil in Eigenhilfe, erbaut.
Im Januar 1974 wird das Schützenhaus bezogen. Acht vollautomatische Luftgewehrstände, die ersten im Kreis Bergstraße, werden in Betrieb genommen.
Von nun an wird jedes Jahr ein Schützenball durchgeführt, dem ein Vereinsschießen der Ortsvereine um einen vom Ortsvorsteher Karl Schäfer gestifteten Wanderpokal vorausgeht.
Bereits 1974 hat der Verein ein kleines Defizit, das durch den Bau des Schützenhauses in der Kasse entstanden ist, ausgeglichen. Überschüsse, die bei Festen und sonstigen Veranstaltungen erwirtschaftet werden, verwendet man zur Komplettierung der Einrichtung, z.B. Bestuhlung für den Schießraum, und die Instandhaltung des Schützenhauses.
 
Vom 19.8.-21.8.1983 feiern wir unser 25-jähriges Bestehen mit Festkommers, Schützenball, Frühschoppen und gemütlichem Ausklang und mit Beteiligung von vielen Personen aus Politik, befreundeten Vereinen und Sport. Schirmherr ist unsere Bensheimer Bürgermeister
Georg Stolle.
1987 übernimmt Heinrich Wagner das Amt des ersten Vorsitzenden, da Horst Eichhorn aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit im Außendienst aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht.
Horst Eichhorn wird von der Mitgliederversammlung 1988 zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
 
Seit 1989 steht das Schützenhaus auch den Wilmshäuser Senioren für ihre Zusammenkünfte zur Verfügung.
Im Jahr 89/90 wird das Schützenhaus an das öffentliche Kanalsystem angeschlossen und durch einen kleinen Anbau, der als Küche und Lagerraum dient, erweitert.
Auch der Aufenthaltsraum wird umgestaltet und durch einen Wechsel von der Darmstädter Brauerei zur Schmuckerbrauerei mit einer neuen Einrichtung ausgestattet.
1994 wird die Schießanlage erneuert und 1995 erhält das Schützenhaus eine neue Heizung.
Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 24.7.2002 wird der Kauf einer computergesteuerten Standanlage beschlossen, in der Hoffnung, damit einen Anreiz für neue Schützen zu geben.
2003 wird diese Anlage installiert und am 17.7.2003 eingeweiht.
Zusammen mit Weiher verfügt der Verein damit wieder über die neueste Standanlagen-Technik im Kreis Bergstraße.
 
In all diesen Jahren gilt das Hauptaugenmerk des Vereins natürlich dem Schießsport. Freundschaftskämpfe, Rundenwettkämpfe mit bis zu 3 Mannschaften, Teilnahme an Kreis- und Gaumeisterschaften sind bis heute der Schwerpunkt des Vereins.
Dazu kommt seit Jahren am Fronleichnamstag unser Königs- und Gästeschießen.
Vor unserem alljährlichen Schützenball im November findet ein Wettschießen der Ortsvereine statt.
Es entstehen kameradschaftliche Verbindungen, Besuche, in Form eines Vereinsausfluges und Gegenbesuche zu den Schützenvereinen in Dransfeld bei Göttingen, in Coburg, in Tann in der Rhön und in Dortmund
Darüber hinaus kommt auch der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz: Vereinswanderungen, Helferabende als kleines Dankeschön für den Einsatz zum Wohle des Vereins usw.
 
Bei vielen Arbeitseinsätzen wird das Schützenhaus und das Gelände um das Schützenhaus immer wieder in Ordnung gebracht und soweit nötig, Neuerungen vorgenommen. Der Verein beteiligt sich zusammen mit den anderen Ortsvereinen an den Winzerfestumzügen. Teilnahme bei der Kirchweih in Wilmshausen, dem Heldengedenktag und an Jubiläen und Festen anderer Vereine gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich.